Lange Zeit haben die Huskies gehofft durch die juristischen Winkelzüge von Dr. Fritz Westhelle in der Liga zu verbleiben. Doch die OLG München und Köln urteilten anders. Beide Gerichte stimmten dem DEL-Schiedsgericht zu, dass den Lizenzentzug der Huskies beschlossen hatte.
Wie geht es nun weiter mit den Huskies? Definitiv nicht mehr in DEL. Ganz ohne Eishockey muss Kassel aber nicht auskommen. Die Amateurmannschaft der Young Huskies spielt in der fünftklassigen Hessenliga. Der Meister steigt in die Regionalliga NRW an. Eine neue Chance also für einen Neuaufbau von ganz unten?
Den Spieler aus dem aktuellen Kader wurde inzwischen die Freigabe erteilt. Manuel Klinge hat bereits einen Verein gefunden, gab aber noch bekannt um welches Team es sich handelt. Auch Hugo Boisvert hat Angebote vorliegen, ebenso wie meisten anderen Top-Spieler. Derek Dinger hingeben weiss noch nicht wie es weiter geht. Er würde gerne in DEL bleiben, notfalls aber auch in der 2. Bundesliga spielen.
Dann vielleicht bei den Huskies? An diesen Strohhalm kann man sich noch klammern. Die 2. Liga hat zur Zeit nur 13 Vereine. Ein 14. Team wäre willkommen. Crimmitschau hat sehr positive Signale ausgesendet. Andere bleiben skeptisch. Treten die Verantwortlichen der Schlittenhunde nun reumütig und zurückhaltend auf, wäre eine Aufnahme in die 2. Bundesliga noch möglich.
Nur fehlen den Huskies dann die Spieler. Und wohl auch der Eigner. Dennis Rossing will in Kassel die Multifunktionshalle bauen. Dazu braucht er jedoch die Schlittenhunde als Hauptmieter. Nur kommen in Liga 2 deutlich weniger Zuschauer als in der DEL. Rossing hat bereits viel Geld verloren. Ob er es nun riskiert über den Aufstieg in die DEL zurückzukehren?
Mit der Übernahme der Huskies durch Dennis Rossing schienen die Huskies am vergangenem Montag vor der Insolvenz gerettet zu sein.Nun beschreiten die Huskies den Weg des Insolvenz-Planverfahren in Eigenverantwortung.
Nach dieser Bekanntgabe am Dienstag und der folgenden Verwirrung fassen wir nun kurz die Eckpunkte zusammen wie die Schlittenhunde nun endgültig vor der Pleite gerettet werden sollen:
Ausgangslage: Mit dem finanziellen Loch in Höhe von 700.000 Euro zum Saisonende steigen die Schulden auf 2,8 Millionen Euro an. Da kein Investor bereit ist 3 Millionen auf den Tisch zu legen ist die Insolvenz die logische Konsequenz.
Da eine Insolvenz jedoch das Ende der Huskies besiegeln würde, hat sich Rossing zusammen mit dem neuem Geschäftsführer Dr. Westhelle zu einem Planverfahren in Eigenverantwortung entschieden.
Im Unterschied zum normalen Insolvenzverfahren ist das Ziel hier die Erhaltung des Clubs. Rossing und einige Sponsoren zahlen eine hohe sechsstellige Summe mit der die Gläubiger abgefunden werden sollen. Wenn hier eine Einigung erzielt werden kann, könnten die Huskies in 6-8 Wochen saniert sein.
Die Zeit ist jedoch knapp. Bis zum 31. Mai müssen alle Unterlagen für die Beantragung der Lizenz für die neue Spielzeit bei der DEL vorliegen.
Aber selbst dann bleibt noch ein Fragezeichen. Eine Insolvenz, in welchem Verfahren auch immer, kann zum automatischen Lizenzentzug seitens der DEL führen. Dies ist jedoch keine Muss-Bestimmung. Die Clubs der DEL könnten darüber entschieden. Sollten sich 11 Vereine gegen Kassel aussprechen wäre dies das Aus. Eine solche “Stimmung” ist jedoch bisher nicht abzusehen.
„Wir sind uns einig, der Vertrag zur Übernahme aller Geschäftsanteile der Huskies-GmbH ist unterzeichnet” lautet der Satz, der die Huskies vor der Insolvenz rettet und den Fortbestand in der DEL sichert. Hoffentlich diesmal endgültig!
Dennis Rossing war derjenige, der diesen Satz sprach und ab sofort Rainer Lippe als Gesellschafter der Huskies ersetzt. Rossing übernimmt auch sämtliche Schulden der Schlittenhunde. Hier die Statements der beiden Vertragspartner (Quelle: hna.de)
Dennis Rossing: „Wir sind uns einig, der Vertrag zur Übernahme aller Geschäftsanteile der Huskies-GmbH ist unterzeichnet. Jetzt müssen wir weiter arbeiten an einem Konzept zum Fortbestand. Aber da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das auch hinbekommen. Die Sponsoren haben sich ja schon eindeutig zur Zukunft des Kasseler Eishockeys bekannt. Heute abend ging es nur noch um die Unterschriften. Den Vertragstext haben die Fachleute auf beiden Seiten ja schon im Laufe des Tages fertig entwickelt.“
Rainer Lippe: „Wir sind uns einig, auch wenn es jetzt noch zwei, drei Punkte mit aufschiebender Wirkung gibt. Wir sind ordentlich miteinander umgegangen und haben unsere Linie durchgezogen. Schließlich haben wir keinen kleinen Sportverein übergeben, sondern ein mittelständisches Unternehmen. Ich bin froh und glücklich, dass es mit den Huskies und Dennis Rossing weitergeht. Jetzt geht`s mir gut. Ich habe ja seit viereinhalb Jahren schon vergeblich nach Partnern gesucht, um die Huskies auf eine breitere Basis zu stellen. Ich danke allen, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Ab Dienstag bin ich Privatmann und kann mich um meine anderen Firmen kümmern.
Bis zum Montag um 23:59 Uhr haben die Huskies Zeit die Übergabe der Gesellschafteranteile von Rainer Lippe auf Dennis Rossing zu übertragen.
Sollte auch dieser letzte Versuch scheitern wird der Gang zum Insolvenzgericht unvermeidbar. Dennoch gibt es positive Signale. Nachdem Rossing sich anscheinend bereit erklärt hat die Huskies inklusive aller bestehenden Schulden und des aufgelaufenen Fehlbetrags für den symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen soll es heute Abend gegen 20 Uhr zur Vertragsunterzeichnung kommen.
Dennis Rossing versucht alles um die drohende Insolvenz abzuwenden. Nach der Niederlage sprach der designierte neue Eigner der Huskies mit den mitgereisten Fans. Der Fanclub Highlander Kassel hat Rossings Statement aufgezeichnet.
Weiterhin sind die Kassel Huskies von der Insolvenz bedroht. Über eine halbe Million Euro soll das Minus betragen. Die Spieler erhielten nur ihr halbes Januar-Gehalt. Die Gehälter für Februar und März stehen noch aus.
Umso erstaunlicher was gestern Abend in Mannheim passierte. Die Adler führten bereits nach 2:24 Minuten mit 2-0. Gut, keine Geld, keine Leistung konnte man denken. Und man könnte es den Spielern damit auch nicht vorwerfen. Aber dann lief das Spiel wohl nach dem Motto “Wenn schon kein Geld, dann um die Ehre”. Denn plötzlich machten die Huskies richtig Dampf. Klinge und Christ sorgten für den Ausgleich. Damon und Côté bauten die Führung aus. Mannheim kam zwar noch einmal auf 3-4 heran, aber Josh Soares sorgte mit seinem Empty-Net Goal für den ersten Auswärtssieg der Schlittenhunde seit 16 Spielen.
In der Mannschaft steckt also noch Leben. Und auch in Rossings Bemühungen die Insolvenz zu verhindern. Hauptsponsor VW sagte einen “substanziellen Betrag” für nächsten zwei Jahre zu. Auch kleinere Sponsoren hätten Gelder in jeweils fünfstelliger Höhe zugesagt. Das Bangen und Hoffen geht also weiter.