Trotz laufendem Planverfahren stellen die Huskies die Weichen für die kommende Saison. Die ersten Personalentscheidungen verkündete der neue Sportdirektor Dahlem gestern auf der Abschlussfeier der Huskies.
Von den Hamburg Freezers kommt ein alter Bekannter nach Kassel zurück. Thomas Pielmeier spielte bereits im Aufstiegsjahr per Förderlizenz für die Huskies. Bereits in der vergangenen Saison berühmten sich die Verantwortlichen um eines Wechsel des Stürmers an die Fulda. Pielmeier entschied sich jedoch für Hamburg. Nun jedoch trägt Pielmeier wieder das Trikot der Schlittenhunde. Noch größer war der Jubel als Dahlem verkündete, dass Topscorer Josh Soares seinen Vertrag um gleich zwei Jahre verlängert hat. Ein weiterer Neuzugang hat ebenfalls schon unterschrieben. Dahlem nennt jedoch keinen Namen, da der betreffende Spieler noch in der Playoffs tätig ist.
Verabschiedet wurden unter dem Applaus der Fans Ryan Kraft und Sean Taillaire die beide ihre Karriere beenden. Als Abgängen stehen J.P. Côté und Thomas Holzmann fest. Beide wechseln nach Hambur . Über weitere Vertragsverlängerungen oder Abgänge wurde -zumindest offiziell- noch nicht entschieden.
Mit der Übernahme der Huskies durch Dennis Rossing schienen die Huskies am vergangenem Montag vor der Insolvenz gerettet zu sein.Nun beschreiten die Huskies den Weg des Insolvenz-Planverfahren in Eigenverantwortung.
Nach dieser Bekanntgabe am Dienstag und der folgenden Verwirrung fassen wir nun kurz die Eckpunkte zusammen wie die Schlittenhunde nun endgültig vor der Pleite gerettet werden sollen:
Ausgangslage: Mit dem finanziellen Loch in Höhe von 700.000 Euro zum Saisonende steigen die Schulden auf 2,8 Millionen Euro an. Da kein Investor bereit ist 3 Millionen auf den Tisch zu legen ist die Insolvenz die logische Konsequenz.
Da eine Insolvenz jedoch das Ende der Huskies besiegeln würde, hat sich Rossing zusammen mit dem neuem Geschäftsführer Dr. Westhelle zu einem Planverfahren in Eigenverantwortung entschieden.
Im Unterschied zum normalen Insolvenzverfahren ist das Ziel hier die Erhaltung des Clubs. Rossing und einige Sponsoren zahlen eine hohe sechsstellige Summe mit der die Gläubiger abgefunden werden sollen. Wenn hier eine Einigung erzielt werden kann, könnten die Huskies in 6-8 Wochen saniert sein.
Die Zeit ist jedoch knapp. Bis zum 31. Mai müssen alle Unterlagen für die Beantragung der Lizenz für die neue Spielzeit bei der DEL vorliegen.
Aber selbst dann bleibt noch ein Fragezeichen. Eine Insolvenz, in welchem Verfahren auch immer, kann zum automatischen Lizenzentzug seitens der DEL führen. Dies ist jedoch keine Muss-Bestimmung. Die Clubs der DEL könnten darüber entschieden. Sollten sich 11 Vereine gegen Kassel aussprechen wäre dies das Aus. Eine solche “Stimmung” ist jedoch bisher nicht abzusehen.
„Wir sind uns einig, der Vertrag zur Übernahme aller Geschäftsanteile der Huskies-GmbH ist unterzeichnet” lautet der Satz, der die Huskies vor der Insolvenz rettet und den Fortbestand in der DEL sichert. Hoffentlich diesmal endgültig!
Dennis Rossing war derjenige, der diesen Satz sprach und ab sofort Rainer Lippe als Gesellschafter der Huskies ersetzt. Rossing übernimmt auch sämtliche Schulden der Schlittenhunde. Hier die Statements der beiden Vertragspartner (Quelle: hna.de)
Dennis Rossing: „Wir sind uns einig, der Vertrag zur Übernahme aller Geschäftsanteile der Huskies-GmbH ist unterzeichnet. Jetzt müssen wir weiter arbeiten an einem Konzept zum Fortbestand. Aber da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das auch hinbekommen. Die Sponsoren haben sich ja schon eindeutig zur Zukunft des Kasseler Eishockeys bekannt. Heute abend ging es nur noch um die Unterschriften. Den Vertragstext haben die Fachleute auf beiden Seiten ja schon im Laufe des Tages fertig entwickelt.“
Rainer Lippe: „Wir sind uns einig, auch wenn es jetzt noch zwei, drei Punkte mit aufschiebender Wirkung gibt. Wir sind ordentlich miteinander umgegangen und haben unsere Linie durchgezogen. Schließlich haben wir keinen kleinen Sportverein übergeben, sondern ein mittelständisches Unternehmen. Ich bin froh und glücklich, dass es mit den Huskies und Dennis Rossing weitergeht. Jetzt geht`s mir gut. Ich habe ja seit viereinhalb Jahren schon vergeblich nach Partnern gesucht, um die Huskies auf eine breitere Basis zu stellen. Ich danke allen, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Ab Dienstag bin ich Privatmann und kann mich um meine anderen Firmen kümmern.
Bis zum Montag um 23:59 Uhr haben die Huskies Zeit die Übergabe der Gesellschafteranteile von Rainer Lippe auf Dennis Rossing zu übertragen.
Sollte auch dieser letzte Versuch scheitern wird der Gang zum Insolvenzgericht unvermeidbar. Dennoch gibt es positive Signale. Nachdem Rossing sich anscheinend bereit erklärt hat die Huskies inklusive aller bestehenden Schulden und des aufgelaufenen Fehlbetrags für den symbolischen Preis von einem Euro zu übernehmen soll es heute Abend gegen 20 Uhr zur Vertragsunterzeichnung kommen.
Die Saison endet mit zwei Niederlagen. 5-6 gegen die Augsburger Panther. 1-7 bei den Krefeld Pinguinen. Wichtiger als die Ergebnisse war jedoch die großartige Stimmung.
Es war das letzte Heimspiel der Saison – und hoffentlich nicht das letzte DEL-Spiel der Kassel Huskies. Noch immer droht die Insolvenz. Die Fans ließen sich davon jedoch nicht die Stimmung verderben. 3500 Zuschauer sorgten im letzten Spiel für Playoff-Stimmung in der Halle. Die Spieler, die weiter auf ihr Gehalt warten müssen, dankten es mit unbändigem Kampfgeist.
Emotional wurde es vor allem nach Ende des Spiels bei der offiziellen Verabschiedung von Stephane Richer, der in der kommenden Saison Sportdirektor bei den Hamburg Freezers wird. Man munkelt jedoch, dass Richer auch den Posten des Trainers übernehmen wird. Drei weitere Abgänge stehen inzwischen auch fest. Ryan Kraft, Thomas Holzmann und leider auch Publikumsliebling J.P. Côté werden die Huskies verlassen. Côté und Holzmann folgen dabei ihrem Coach in die Hansestadt.
Trotz der Pleite im letzten Saisonspiel feierten KEV- und Huskies-Fans gemeinsam. So muss Eishockey aussehen
Dennis Rossing versucht alles um die drohende Insolvenz abzuwenden. Nach der Niederlage sprach der designierte neue Eigner der Huskies mit den mitgereisten Fans. Der Fanclub Highlander Kassel hat Rossings Statement aufgezeichnet.